Deerberg Story – die ersten Jahre

Deerberg Story – die ersten Jahre

 

Als Gabi und Stefan Deerberg zuhause die ersten Lederhosen schneiderten und begannen, ihre Unternehmensidee zu entwickeln, war ihre Tochter Laura gerade einmal zwei Jahre alt. Jetzt, 33 Jahre später, arbeitet Laura selbst im Familienunternehmen mit und würde gern wissen, wie es anfangs so war. Also hat sie Stefan und einen der ersten Mitarbeiter, Rainer Bukowski (Kreditorenbuchhaltung), einfach gefragt.

Laura an Rainer:

L: Rainer, wie bist du zu deinem Job bei Deerberg gekommen?

R: Ich hatte Gabi Deerberg durch ihre Lederschneiderei kennengelernt. Von der Atmosphäre in dem kleinen Laden in Velgen war ich begeistert. Als ich viel später erstaunt in der Landeszeitung die Stellenanzeige von Deerberg gelesen hatte, habe ich mir gesagt „Da will ich arbeiten!“.

L: Wie war das in der Anfangszeit?

R: Der kleine Laden war nur durch einen offenen Tresen vom „Büro“ abgeteilt. Die „Kasse“ war eine Lederbörse in der Schublade. Hinterm Tresen am Schreibtisch wurden die Bestellungen klar gemacht, Belege mit dem Lastenrad ins nahe Lager geradelt. War die Arbeit getan, wurde auch mal eher Schluss gemacht oder bei schönem Wetter die gemeinsame Mittagspause mit Kind und Hund im Garten spontan verlängert. Manchmal kamen dann die Kunden in den Garten und fragten, ob wir öffnen könnten.

L: Erinnerst du dich an ein besonderes Erlebnis in diesen Jahren?

R: Beeindruckend war die Birkenstock Papillio Zeit. Da hat der kleine Familienbetrieb besonders gebrummt und ich habe manchmal von den Birkenstock Artikelnummern geträumt. Einige kann ich immer noch auswendig!

Laura an Stefan:

L: Wie seid ihr darauf gekommen, euch selbstständig zu machen?

S: Unser größter Wunsch war es, hier in Velgen auf dem Land eine kleine Firma zu gründen, in der wir beide von zuhause aus unser Geld verdienen konnten, um Arbeit und Beruf zu verbinden. Gabi konnte gut schneidern. Nicht weit entfernt gab es eine Polsterei, die fast umsonst ihre Lederreste abgab. Unsere maßgeschneiderten Lederhosen waren voll im Trend! Die Aufträge kamen schnell und reichlich, so dass ich schon bald nach Feierabend mit an der Nähmaschine saß. Sieben Tage die Woche, oft bis tief in die Nacht, waren wir am Nähen. Und du und dein Bruder Tom waren immer mittendrin. Optimismus und Ehrgeiz waren die Zutaten für unsere kleine Firma aus dem Wohnzimmer. „Startup“ würde man heute dazu sagen.

L: Hast du eine besondere Erinnerung an die ersten Jahre?

S: Ja! Sehr oft, wenn du tagsüber müde warst, hast du dich in eines der großen Lederregale auf einen Berg Leder zum Schlafen gelegt. Gabi saß dicht dabei an der Nähmaschine und du hast dich durch das Surren und Rattern in den Schlaf „singen“ lassen.

L: Was bedeutet Deerberg für Dich heute?

S: Für mich persönlich ist Deerberg mein gelebter Traum von selbstbestimmtem, kreativem Arbeiten. Mit Blick in die Zukunft sind wir ein Unternehmen, dessen Werte wie Nachhaltigkeit, Familienfreundlichkeit und fairer Umgang mit allen Menschen, die für Deerberg arbeiten, aktueller denn je sind.

Stefan an Laura:

S: So, jetzt möchte ich aber auch mal dich etwas fragen: An was erinnerst du dich denn von früher?

L: An ganz viel! Unser Wohnzimmer war voll mit Leder und irgendwann auch mit Schuhen. An den Kindergeburtstagen hat die ganze Kinderschar aus den riesigen Schuhkartons kleine Spielhäuser gebaut – und natürlich auch darin übernachtet.

S: Was wolltest du werden als du klein warst?

L: Grundschullehrerin

S: Was hat dich bewogen, auch bei Deerberg mitzuarbeiten?

L: Als Kind wollte ich euch davon überzeugen, doch bitte Spielzeug statt Schuhe und Kleidung zu verkaufen. Zum Glück habt ihr damals nicht auf mich gehört. Der frühe, bewusste Umgang mit natürlichen Materialien und unseren alltäglichen Konsumgütern hat mich natürlich geprägt, darum habe ich auch meine eigene Laura Deerberg Kollektion herausgebracht. Mein erster Berufswunsch passt jetzt sehr gut. Denn u.a. als Ausbildungskoordinatorin sorge ich für unseren Nachwuchs.